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Nikodemus Werk
Grundverständnis


Unser Selbstverständnis
Nach unserem Grundverständnis kommt dem hohen Lebensalter, als „neuer“ biografischer Lebensphase, ein tiefer Sinn zu:
Das hohe Alter fordert die Menschen nicht allein dazu heraus, ihr hinter sich liegendes Leben zu bewältigen, sondern auch ihre bleibenden geistigen Qualitäten - die Früchte ihres Lebens - herauszuarbeiten. Gerade durch die Mühen des Alters bilden sich wesentliche Fähigkeiten für die Zukunft. Deren Entwicklung wollen wir durch die Gestaltung eines Lebensumfeldes begleiten, in dem die Individualität im Vordergrund steht. Altern verstehen wir angesichts abnehmender Körperkräfte und der daraus erwachsenden seelischen Krisen als intensiven Entwicklungsvorgang, der für den alten Menschen und die ganze Gesellschaft von Wert ist. So entwickeln etwa Pflegende praktische Fähigkeiten und innere Einstellungen (z.B. Achtsamkeit), die wesentlich für das Gelingen der kommenden „Gesellschaft des langen Lebens“ sein werden.

Der alte Mensch hingegen nimmt seine in der Pflegebedürftigkeit neu erworbenen Fähigkeiten mit über die Schwelle des Todes in eine geistige Welt. Im anthroposophischen Welt- und Menschenverständnis bilden sie damit – in Übereinstimmung mit vielen großen Weltreligionen – die Grundlage für ein erneutes Leben auf der Erde.

Unsere Ziele

Vor diesem Hintergrund hat menschengemäße und zukunftsorientierte „Altenarbeit“ den Auftrag, den alten Menschen umfassend zu begleiten und
sich sowohl der körperlichen als auch der seelisch-geistigen Anteile des Menschen bewusst zu sein.
Ziel unseres Handelns ist es deshalb, die Entwicklungsprozesse alter Menschen heilsam zu unterstützen.
Die Methoden dieses Handelns ergeben sich aus unserem zugrunde liegenden ganzheitlichen Menschenbild, wie beispielsweise:

Die Pflege des physischen Leibes durch …

  • eine Körperpflege, die die Lebenskräfte und die seelisch-geistige Konstitution einbezieht,
  • ein Ernährungsangebot unter weitgehender Verwendung vollwertiger biologisch-dynamischer Lebensmittel,
  • ärztliche und physiotherapeutische Behandlungen sowie Medikamentierungen, die das Seelisch-Geistige ansprechen und das innere Wachstum
  • fördern, z.B. anthroposophische und homöopathische Medizin, Öl-Dispersions-Bäder nach Junge, Biographiearbeit


Die Gestaltung, Unterstützung und Betreuung des seelisch-geistigen Erlebens durch…

  • Anregungen zum aktiven künstlerischen Schaffen (Malen, plastisches Gestalten, Musizieren, Singen),
  • reichhaltige kulturell-kreative Angebote und Gestaltung der Jahreszeitenfeste,
  • achtsame Begleitung des Lebensendes, Sterbebeistand unter Einbeziehung der Angehörigen.



"Schmerz - unumgängliches Übel oder auch notwendige Entwicklungshilfe?" - so lautet der etwas provokative Titel der Altenpflege-Fachtagung des Sozialwerks der Christengemeinschaft vom 15.-18.2.2012 in Kassel. Mehr ...



Feuilleton
Feuilleton

*Hirnforschung*

In ihrem Artikel fasst Dr. Silke Kirch, Geisteswissenschaftlerin und u. a. Kunsttherapeutin, die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung zusammen. Eindrucksvoll und verständlich erläutert die Autorin, wie das Hirn sich bis ins fortgeschrittene Alter weiter entwickeln kann und wie wichtig emotionale Bindungen als Schutz vor biologischen Stressfaktoren sind.

 

*Kunsttherapie bei Demenz*

„Nicht nur Menschen mit Demenz profitieren“ von der Kunsttherapie, denn in der gemeinsamen kreativen Arbeit erfahren alle Menschen einen Zugewinn. Voraussetzung ist, dass Räume für Begegnung geschaffen werden, in denen Menschen mit und ohne Demenz zusammentreffen können. Das DRK Bremervörde hat ein solches Angebot sichergestellt. Das „Offene Atelier“ wird von Michael Ganss, u. a. Kunsttherapeut, Gerontologie und Herausgeber der Zeitschrift Demenz. DAS MAGAZIN, in einem sehr lesenswerten Artikel vorgestellt.

 

*Leben ist wie Zeichnen, nur ohne Radiergummi*

Der Professor im Fachbereich Künstlerische Therapien in Alfter, Albrecht Warning, bricht eine Lanze für einen der natürlichsten Prozesse: das Altern. Leben ist wie Zeichnen, nur ohne Radiergummi beschreibt eindrucksvoll, wie sich der Mensch im Laufe seines Lebens verändert, was das für Ärzte und Therapeuten bedeutet, wie der alternde Mensch dies wahrnimmt und zuweilen von seinen daraus resultierenden Ängsten befreit werden muss.

 

*Leben ist jetzt*

Silke Kirch lässt in einem Artikel Leben ist jetzt eine Bewohnerin des Hauses Aja Textor Goethe in Frankfurt zu Wort kommen. Die optimistische 84jährige zählt zu den jüngeren Bewohnern des Hauses, doch alt gefühlt hat sie sich noch nie. Bei gleichaltrigen Promis im Fernsehen fällt ihr nur ein: „Wie sehen die denn aus?“ Ihr Leben hat sie gelehrt, dass es nicht darum geht, vor anderen zu bestehen, sondern nur vor sich selbst. Der Artikel hat auch der Interviewerin Mut gemacht: "Alles wird sich lösen"

 

*Billigpflege - ein folgenschwerer Irrweg*

Die Legalisierung ausländischer Billigpflegekräfte ist falsch. Wir - die Alten von morgen - werden das spüren. Mehr dazu im ZEIT-Artikel von Elisabeth Niejahr: „Bereut wird später“

Die Patientenverfügung

Vertrauen auf das, was ein Leben lebenswert macht

Mit dem Gesetz zur Patientenverfügung ist eine Diskussion in Gang gekommen, die weiter darüber hinaus geht, ob bestimmte Handlungen oder der Lebensschutz für den Arzt bindend sind. Angelika Sandtmann, 48, Germanistin und Philosophin, geht als Redakteurin der Zeitschrift „Die Drei“ den Fragen „Wie wollen wir sterben“ und „Wohin führt der Schmerz“ nach.

Kritisch sieht sie in der Buchbesprechung, dass Patienten nur als Krankheitsträger betrachtet werden; die Medizin den Menschen hinter seinen Organen und Organsystemen vernachlässigt. Sie fordert eine neue Sterbekultur, das Sterben als Wesentlich-Werden zu betrachten und wirft die Frage auf, ob man lernen kann, mit Schmerz umzugehen. Den Beitrag finden Sie in der anthroposophischen Kulturzeitschrift "Die Drei" (November 2010).


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